„Wir haben Zweifel daran, dass Kunst immer die teuerste Lösung braucht.“ Mit diesen Worten begründete der stellv. kunstpolitische Fraktionssprecher Dr. Bernd Grimmer MdL heute im Landtag die Ablehnung der geforderten Sanierungskosten der Stuttgarter Oper. „Die AfD wird sich einer angemessenen Renovierung des Opernhauses nicht entgegenstellen, und zwar unabhängig von Sturmschäden. Wir sehen eine Kunstförderung als vorrangiges Ziel der Landespolitik, unabhängig von der momentanen Situation. Die Renovierung des Opernhauses wird uns mittelfristig nicht erspart bleiben. Doch in der gegenwärtigen Situation einer nachhaltigen Schädigung unserer Wirtschaft durch die Corona-Pandemie, in dieser Situation eines Katastrophenschutzes, der vollkommen versagt hat, und Anbetracht eines ausufernden Haushaltes, der unserer Meinung nach verfassungswidrig ist, sehen wir es als ein falsches Signal an, dies gerade jetzt voranzutreiben oder gar zu beschließen.“
Wir erwarten eine Kostendeckelung beim Land, denn der Steuerzahler aus Konstanz oder Freiburg hat wenig Interesse an einer teuren Staatsopernsanierung in Stuttgart, erklärt Grimmer. „Wir fordern neben den finanziellen Beiträgen der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg ein drittes Standbein: private Spenden und Sponsoring durch Firmen. Vor einigen Tagen wurden Finanzhilfen aus der Baden-Württemberg-Stiftung bei der Bekämpfung der Corona-Schäden ins Spiel gebracht. Das ist jedoch Aufgabe des Staates, der den Lockdown verhängt hat. Die BW-Stiftung könnte aber für die Renovierung des Opernhauses in Anspruch genommen werden. Insbesondere haben wir finanzielle Bedenken beim Thema Kreuzbühne, die alleine mit rund 300 Millionen Euro zu Buche schlägt und über die selbst die großen bestehenden historischen Opernhäuser wie die Metropolitan Opera NY, das Royal Opera House in London oder die Scala in Mailand nicht verfügen. Was dort möglich ist, sollte doch auch in Stuttgart möglich sein. Kunst entwickelt sich oft dort am besten, wo äußere Einschränkungen kreative Lösungen erfordern.“



