„Dass sich Deutschland nicht an der Allianz von zwei Dutzend Staaten und mehreren Autobauern beteiligt, die ein Enddatum für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos festsetzen wollen, offenbart die ganze Scheinheiligkeit der deutschen Klimapolitik“. Mit diesem Vorwurf reagiert der umwelt- und energiepolitische AfD-Fraktionssprecher Dr. Uwe Hellstern MdL auf die Ankündigung des Bundesumweltministeriums, die Glasgower Erklärung zu Null-Emissions-Autos nach einer „regierungsinternen Prüfung“ nicht zu unterzeichnen. „Die Begründung, dass die Erklärung den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen nicht berücksichtige, ist nur vorgeschoben. Denn dass die wichtigen Automärkte USA und China, aber als Hersteller auch VW und BMW nicht unterzeichnen, zeigt, worum es eigentlich geht. Zum einen um die Verpflichtung zu einem kostspieligen Technologiewechsel, wobei es im Gegenzug aber an einer ähnlichen Verpflichtung der Politik fehlt, um den Bau der notwendigen Lade- und Netzinfrastruktur zur Unterstützung von Elektrofahrzeugen zu sichern.“
Zum andern aber stecken dahinter ganz einfach die handfesten Interessen der Autokonzerne um Produktionskosten und Absatzmärkte, erkennt Hellstern. „Skoda Auto Volkswagen India hat im Juni im indischen Pune die Produktion des SUV-Modells Kushaq gestartet – ein Verbrenner. Deutsche Autohersteller bauten 2019 mehr Fahrzeuge in China als in Deutschland. Die Produktion im Ausland lag im Jahr 2019 um mehr als 200 Prozent über dem Niveau von 2000. Und die Auslandsproduktion der deutschen Fahrzeughersteller übertraf die inländische Produktion um 140 Prozent. Im Gegenzug muten wir uns in Baden-Württemberg die Degeneration unserer Automobilindustrie um 70 % zu bei gleichzeitiger Glorifizierung der E-Mobilität. Die verteuert die Mobilität unserer Bürger maßlos, während im Gegenzug in den Drittmärkten weiter Verbrenner verkauft werden. Selbst BMW-Chef Oliver Zipse warnte heute vor der Festlegung eines Datums für das Ende von Benzin- und Dieselfahrzeugen als zu ‚trivialem‘ Weg. Er weiß wohl, dass auf den Drittmärkten bis auf Weiteres nur Verbrenner abgesetzt werden können – auch, weil in vielen dieser Märkte bis jetzt keine Pläne für den Bau einer Ladeinfrastruktur vorliegen. Aber unserer Politik kann es ja gar nicht trivial und schnell genug gehen, Irrwege zu beschreiten. Wie lange sollen die deutschen Verbraucher noch sinnlose Sonderopfer bringen?“

