„Wie sich die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) jetzt an Heinz Rühmann, Leni Riefenstahl oder gar dem oberschwäbischen Kinopionier Willi Burth verging, ist einfach nur verabscheuungswürdig.“ Mit diesen Worten empört sich der kulturpolitische AfD-Fraktionssprecher Dr. Rainer Balzer über den Beschluss der SPIO, 14 Preisträgern nachträglich die Ehrenmedaille zu entziehen.
„Willi Burth war ein typischer Schwabe: Tüftler, Erfinder, Aufsteiger aus kleinen Verhältnissen. Er hat mit seinem No Rewind-Filmteller aus Saulgau heraus die Kinotechnik weltweit verändert, erhielt dafür einen Technik-Oscar und den Verdienstorden unseres Landes. Wer so tief in der Region verankert war, verdient eine faire Würdigung – keine moralische Abrissbirne Jahrzehnte nach seinem Tod. Die pauschale Aberkennung auf Grundlage schwammiger Kategorien wie ‚NS-belastet‘ oder ‚NS-konform‘ ist keine seriöse Aufarbeitung, sondern Symbolpolitik auf dem Rücken eines schwäbischen Erfinders. Burth wurde damals entnazifiziert, später von Bund und Land geehrt, eine Berufsschule in Bad Saulgau trägt bis heute seinen Namen. Wer all das im Schnellverfahren moralisch einkassiert, beschädigt nicht nur einen Toten, sondern auch das Vertrauen der Bürger in eine ehrliche Erinnerungskultur. Das ist nachträgliche Gesinnungsjustiz.“


