Am 27. März besuchte der AfD-Abgeordnete Stefan Herre zusammen mit dem baden-württembergischen Minister Peter Hauk die Landesvertretung in Brüssel. Während dieses Termins kritisierte Herre die Anwendung und die Geschäftspolitik von Vergleichsportalen im Internet. „Es fehlt an Transparenz“, so der AfD-Abgeordnete.
Undurchschaubare Vertragsbedingungen
Der Strom- und Gasmarkt wurde vor einigen Jahren liberalisiert. Seitdem kann der Verbraucher einen Anbieter frei wählen. Herre beobachtet dies seit langem kritisch und ist mit der Gestaltung der Internet-Vergleichsportale zu Strom- und Gasvergleichen nicht zufrieden. „Viele Kunden tun sich schwer damit, die teils undurchschaubaren Vertragsbedingungen zu entwirren. Deshalb liegt die Wechselbereitschaft der Bevölkerung nachweisbar eher im einstelligen niedrigen Bereich.“
Zu stark abhängig von Werbung
Herre, der einer Einladung, die er als Mitglied im Ausschuss für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz erhalten hatte gefolgt war, sagt: „Vergleichsportale im Internet sind für die Bürger wichtige Hilfen, um Versicherungen, Kredite aber auch Energie- und Gaspreise für sich selbst zu senken“, so Herre. „Doch sind sie stark werbe- und provisionsbezogen. Das bedeutet, dass man nicht immer das tatsächlich beste Produkt angeboten bekommt. Schuld daran sind gewisse Voreinstellungen.“
Älteren Menschen fällt Wechsel schwer
Mit etwas mehr als 1000 Energieversorgern in Deutschland und mehr als 10 000 verschiedenen Tarifen ist ein Vergleich oft sehr schwierig. Gerade für ältere Menschen, die deshalb meist jahrzehntelang beim teuren Anbieter bleiben. „Die Umsetzung von Mindestanforderungen ist längst überfällig“, fordert Herre. „Die Vorschläge aus Brüssel sind sehr schwammig und in der Umsetzung – so gut sie auch gemeint sind – sehr langwierig.“ Ein Verbraucherbeirat, so wie ihn Minister Hauk vorschlägt, sei sehr überspitzt. „Beiräte haben in der Wirtschaft keinen wirklichen Einfluss“, erinnert Stefan Herre.




