Hans Jürgen Goßner MdL: Papst-Entscheidung stärkt Kirche, nicht die Opfer

10.06.2021
Der religionspolitische Fraktionssprecher Hans-Jürgen Goßner MdL hat die Entscheidung von Papst Franziskus, das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx zurückzuweisen, als einseitig kritisiert. „Damit wird nicht den Missbrauchs-Opfern der Rücken gestärkt, sondern […]

Der religionspolitische Fraktionssprecher Hans-Jürgen Goßner MdL hat die Entscheidung von Papst Franziskus, das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx zurückzuweisen, als einseitig kritisiert. „Damit wird nicht den Missbrauchs-Opfern der Rücken gestärkt, sondern die katholische Kirche selbst. Wenn Franziskus sagt, dass die Schuld angenommen werden muss, sagt er aber nichts zu deren Untersuchung oder gar Ahndung. Er spricht nicht über das Leid der Opfer, er erwähnt nicht einmal, dass Priester schwere Verletzungen zufügten und manche davon bis heute nicht verheilt sind. Von dem radikalen Neuanfang, den das Rücktrittsgesuch von Marx andeutete, ist jetzt nichts geblieben als ein ‚Weiter so‘. Der Fisch stinkt aber vom Kopfe her, da nutzt es nichts, ein paar kleine Schuppen zu putzen. Daher pflichte ich dem Vertuschungsvorwurfe des Opferverbands ‚Eckiger Tisch‘ bei.“

Zugleich moniert Goßner das offenkundige Messen mit zweierlei Maß. „Man stelle sich vor, die Täter hätten keine Soutanen getragen, sondern Lederjacken, und würden schwere Maschinen fahren. Das LKA wäre umgehend in Truppenstärke einmarschiert, hätte die ganzen Buden auf Links gedreht, die Jugendämter hätten hyperventiliert, und der Innenminister hätte die Organisation als verbrecherisch eingestuft und verboten. Doch im Fall der Kirche geschieht all das nicht. Die ganze Aktion samt der raschen Papst-Antwort erinnert mich eher an einen Griff in die PR-Kiste, um ein paar aufgebrachte Gläubige und Nicht-Gläubige zu beruhigen. ‚Rücktritt‘ klingt zwar selbstlos, hätte aber de facto nur bedeutet, dass Marx bei Weiterzahlung seines Gehalts in den Ruhestand oder auf irgendeinen Posten in der Kurie versetzt worden wäre – was schon allein damit gerechtfertigt werden könnte, dass er vor fünf Jahren in Jerusalem sein Amtskreuz abgelegt hatte. Es bleibt ein fahler Nachgeschmack.“

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