Stefan Herre: „Sind Krankenhäuser im ländlichen Raum von Schließungen bedroht?“

Pressemitteilung - Stuttgart, den 24.04.2018

Während es für Ärzte und das medizinische Personal selbstverständlich ist, Kranke oder Verletzte zu behandeln, wird der finanzielle Aspekt für andere Beteiligte in dieser Branche immer wichtiger. Aus diesem Grund sollen künftig hunderte Kliniken keinen Zuschlag mehr für die Notfallversorgung erhalten. Das so eingesparte Geld werde in größere Krankenhäuser investiert. „Wieder einmal muss der Bürger im medizinischen Bereich Einschränkungen hinnehmen“, kritisiert der Balinger AfD-Abgeordnete Stefan Herre. „Es ist abzusehen, dass diese Sparmaßnahme vor allem kleine Kliniken im ländlichen Raum treffen wird. Die lückenlose und möglichst zeitnahe Versorgung der Bürger muss für die Verantwortlichen allerdings an erster Stelle stehen.“

Weite Wege für Notfallpatienten

Aktuell werden insgesamt rund 1700 Kliniken von Krankenwagen angefahren. 628 Kliniken wird die Änderung voraussichtlich in Deutschland treffen. Der Bevölkerung will man diesen Umbruch schmackhaft machen, indem man Qualitätsstandards für die verbleibenden Notfallzentren schaffen möchte. „Am Ende werden Notfallpatienten weitere Wege in Kauf nehmen müssen“, ahnt Herre. „Für sie ist es jedoch zweitranging, ob ihr Krankenhaus neu geschaffene und völlig überzogene Kriterien erfüllt. Es geht ihnen meist um eine schnelle medizinische Versorgung, die gerade in extremen Stresssituation beruhigend wirken kann.“ Zudem sei davon auszugehen, dass überall dort, wo ausgebildetes medizinisches Personal im Einsatz ist, eine optimale Versorgung gegeben ist.

Flächendeckende Notfallversorgung muss erhalten bleiben

Initiator dieser „Innovation“ sind erneut die Krankenkassen, die den Auftrag für die Neuregelung vom Gesetzgeber erhalten haben. „Allein deshalb sollte man stutzig werden, denn Krankenkassen sind reine Wirtschaftsunternehmen, für die am Ende des Jahres nur die Gewinnoptimierung zählt“, weiß Herre. Auch künftig könnte ein Krankenhaus in strukturschwachen Gegenden Notfallpatienten versorgen, doch erhalte es dafür keinen finanziellen Ausgleich mehr. „Dieses Vorgehen schadet der Wirtschaftlichkeit der Kliniken. Kleinere Häuser werden so zwangsweise unrentabel werden“, warnt Herre. Doch genau das sei vermutlich das Ziel dieser Änderung, denn auf lange Sicht wolle man verstärkt Zentralkliniken bauen. „Die flächendeckende Notfallversorgung muss aber erhalten bleiben“, fordert Herre. 


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