Emil Sänze zum Zimmertheater-Skandal: „Wo bleibt die Eigentragfähigkeit der Kunst?“

Pressemitteilung - Stuttgart, den 10.10.2019

Die AfD-Landtagsfraktion hatte in einer Anfrage die finanzielle Landesförderung der Komödie „Wenn der Kahn nach links kippt, setze ich mich nach rechts“ kritisiert, die vom Rottweiler „Zimmertheater“ unter der Leitung von Dr. Peter Staatsmann erarbeitet und inszeniert wurde. Die Gemeinderatsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD+FFR verurteilten daraufhin in einer Pressemitteilung das Vorgehen der AfD-Fraktion. Der Antwort auf die Anfrage zufolge finanzierte das Land dieses politische Staatstheaterstück projektbezogen mit 28 000 Euro. Im Jahr 2017 erhielt das „Zimmertheater“ aus Kreismitteln 14 500 Euro, aus Stadtmitteln mindestens 101 000 Euro und aus Landesmitteln 68 900 Euro. Bei einem Gesamtbudget von 372 815 Euro haben die Theaterzuschauer und die Vereinsmitglieder gerade einmal rund 160 000 Euro zum Gesamtbudget beigetragen. Das „Zimmertheater“ lockt demnach nicht genug Gäste ins Haus, um die Hälfte der Kosten zu decken. Der AfD-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Emil Sänze stellt nun die Funktionsweise des Kunstbetriebes in Deutschland im Allgemeinen und in Rottweil im Speziellen in Frage und bekundet, dass er gemeinsam mit seiner Fraktion den „Zimmertheater“-Skandal tiefergehend untersuchen wird. 

Staatlich abhängige Kunstklientel

Der Staat sei nicht dafür da, Kunstschaffende auf Lebenszeit zu alimentieren, so Sänze. „Das Verhältnis des Staates zur Kunst ist einem Gestaltwandel unterlegen. Früher ist die Kunst vom Staat unabhängig gewesen, heute ist sie fast schon in die Staatlichkeit eingegliedert. Der Staat hat sich eine abhängige Künstlerklientel geschaffen, die ihm der Abhängigkeit entsprechend politisch hörig ist. So erklären sich die Politisierung der Kunst und ihre Tendenz zur Umerziehung Andersdenkender.“

Kunst muss sich bei aller Freiheit auch an der Nachfrage orientieren

Sänze toleriert einerseits die staatliche Kunstförderung und sieht auch die Kritik an allen Parteien von der Kunstfreiheit gedeckt. Andererseits kritisiert er aber die mangelnde Eigentragfähigkeit der Kunst. Was nicht toleriert werden könne, sei die „Tatsache, dass die Kunst an den Interessen der Bevölkerung vorbeiagiert.“ „Kunst muss sich in erster Linie am aufnehmenden Markt und am Interesse der Bevölkerung orientieren. Wo bleibt die Eigentragfähigkeit der Kunst?“, so der AfD-Abgeordnete.

Persönliche Rachefeldzüge können keine Grundlage für staatliche Förderung sein

Sänze gibt zu bedenken, dass „persönlich motivierte Rachefeldzüge der Kunstschaffenden gegen den deutschen Konservatismus keine Grundlage für staatliche Förderung“ sein könnten. Wenn Kunstschaffende meinten, „Politik zu betreiben, sollten sie in die Politik gehen, anstatt dünn besetzte Zuschauertribünen politisch einseitig zu bespaßen.“ Glücklicherweise seien „die Bürger nicht so dumm, um den täglichen linksmotivierten Marotten auf den Leim zu gehen.“

Vom linksgrünen Mainstream gesteuerte Animosität selbsternannter Künstler

Häufig seien Kunstschaffende Persönlichkeiten, „die selbst nichts schaffen und niemals aus dem Schatten der eigenen Unfähigkeit heraustreten können“, unterstreicht Emil Sänze. „Als Resultat kommt dabei eine vom linksgrünen Mainstream gesteuerte Animosität selbsternannter Künstler heraus. Wobei die selbsternannte Kunstelite zu gern vergisst, dass sie sich von den Steuergeldern der hart arbeitenden Bürger bedient, denen Zeit, Verständnis und Muse fehlt, die ‚staatsmännischen‘ Orgasmen eines Rottweiler Ensembles zu ertragen.“

Weiteres Vorgehen der AfD-Fraktion im „Zimmertheater“-Skandal

Zum weiteren Vorgehen der Fraktion sagt Sänze: „Mit der Beantwortung und der Beantwortungsweise des Antrages sind wir äußerst unzufrieden. Die Landesregierung redet um den heißen Brei herum. Herr Staatsmann hatte bisher immer den Mut gehabt, das Theaterstück in Verbindung mit der AfD zu stellen. Inzwischen rudert das ‚Zimmertheater‘ zurück und spricht davon, dass das Theaterstück sich allgemein mit Rechtspopulismus beschäftigt. Wir haben also voll ins Schwarze getroffen und werden mit einer Großen Anfrage zur staatsnahen Theaterförderung noch weiter in die Details gehen.“ 


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